Veranstaltungskalender

Wir weisen hier auf Veranstaltungen hin, die wir für interessant halten. Dabei muss es sich nicht unbedingt um eigene Veranstaltungen handeln, auch wenn kein Veranstalter genannt ist.

Für weitere Veranstaltungen außerhalb der Region Hannover verweisen wir auf den Terminkalender unserer Landesvereinigung.

Für alle Veranstaltungen gilt, soweit nichts anderes angegeben ist:

Mitglieder von neofaschistischen Parteien, Organisationen und Zusammenschlüssen sowie Personen, die uns als TeilnehmerInnen von neofaschistischen Veranstaltungen und Aktionen bekannt sind, erhalten keinen Zutritt.


09.02.2018

Rechte Frauen und rechte Kindererziehung

Vortrag und Aussprache im öffentlichen Teil der 7. Vollversammlung
der Initiative „Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“
in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers (IKDR)

Referentin: Andrea Röpke

Seit Jahren treten Frauen in der männerdominierten rechten Bewegung zunehmend selbstbewusst auf. Sie organisieren Anti-Asyl-Demonstrationen und kümmern sich um die Erziehung des Nachwuchses, auch in Organisationen, die im Verborgenen wirken. Sie sind auch zuständig für Brauchtum und Stabilität völkisch-nationalistischer Gemeinschaften. Obwohl Frauen nicht minder rassistisch denken als die Männer und die nationalistische Politik massiv mit vorantreiben, schaffen es nur wenige zur Kandidatin für AfD oder NPD. Gleichzeitig versuchen sie, rechte Politik unter dem Deckmantel von sozialen Themen wie Naturheilkunde, Ökologie, Kindergeld und Hartz IV auf kommunaler Ebene durchzusetzen.

Andrea Röpke ist Journalistin und publiziert seit über 20 Jahren zur extremen Rechten. Sie gibt einen Inneneinblick in die „Mädelssache“ in der Neonazi-Bewegung und spricht über das Engagement völkischer Sippen in Vereinen und Elternbeiräten, über die fehlenden Reaktionen von Politik und Verfassungsschutz, aber auch über Ignoranz und Einschüchterung in der Bevölkerung.

Freitag, 9. Februar 2018, 14.30 Uhr
Haus kirchlicher Dienste
Archivstraße 3, 30169 Hannover


09.02.2018

21. Antifaschistische Sozialkonferenz

Strategien gegen rechte Raumergreifung und vorrauseilenden Gehorsam

  • Kristin Harney, ARUG – ZDB
  • Thomas Willms, Netzwerk Aufstehen gegen Rassismus

Raumergreifung ist eine alte Taktik der Rechten seit der Weimarer Republik. Bisher war es für engagierte antifaschistische Kräfte häufig möglich, sich dagegen zu wehren. Doch seitdem ein Teil der neuen Rechten in Parlamenten sitzt, wird es schwieriger sie aus eigenen Veranstaltungen zu verweisen. Zudem geraten immer häufiger antifaschistische Initiativen gegenüber öffentlichen Verwaltungen unter Rechtfertigungsdruck. Welche Möglichkeiten uns zur Verfügung stehen, wollen wir diskutieren.

Freitag, 9, Februar 2018, 18 Uhr
Freizeitheim Linden
Windheimstr. 4, Hannover


10.02.2018

21. Antifaschistische Sozialkonferenz

Die Neue Rechte - In Netzwerken, auf der Straße und im Parlament

Die extreme Rechte befindet sich in Deutschland auf dem Vormarsch. PEGIDA auf der Straße, AfD in Parlamenten, vielfache Netzwerke im Hintergrund: die extreme Rechte nimmt zunehmend Einfluss auf den politischen Diskurs und das Handeln der bürgerlichen Parteien.

Dabei geriert sie sich in Abgrenzung zum historischen Nationalsozialismus als „Neue Rechte“. Organisatorisch wie programmatisch hat sie sich vermeintlich neue Schwerpunkte gesetzt. Sie will Bewegung sein, will den deutschen Erinnerungsdiskurs überwinden, spielt mit Begrifflichkeiten und setzt auf gezielte Provokationen um Aufmerksamkeit zu schaffen und Grenzen des Sagbaren zu verschieben.

Doch wie neu ist die „Neue Rechte“ tatsächlich? Haben wir es hier mit einer politischen Strömung zu tun, die sich glaubhaft von der traditionellen, NS-bezogenen Rechten abgrenzt? Oder erscheint sie nur als alter Wein in neuen Schläuchen? Das Spektrum der „Neuen Rechten“ ist heterogen, teils diffus. Während sich Teile als verfassungstreue Wertkonservative verstehen, die heute die eigentlichen Verteidiger der Demokratie seien, sympathisieren andere offen mit staatsfeindlichen und faschistischen Ideologien.

Das aktuelle Erstarken einer vermeintlich „Neuen Rechten“ in Deutschland soll Ausgangspunkt der diesjährigen Antifaschistischen Sozialkonferenz sein. Wir möchten uns mit ihren Traditionslinien und Ideologien befassen und möchten analysieren, wer die Akteur*innen sind und wie ihre Netzwerke funktionieren. Wir möchten aber auch spezifische Programmpunkte auf den Prüfstand stellen und gemeinsam diskutieren, was sich hinter neurechter Geschlechterpolitik verbirgt, wie die „Neue Rechte“ die soziale Frage aufgreift und welche Antworten sie anbietet. Zudem möchten wir wie gewohnt einen Raum für Austausch und Vernetzung bieten, um die antifaschistische Arbeit weiter voranzubringen.

VORTRÄGE UND DISKUSSION:

Rechte Ideologie – früher und heute“

  • David Begrich, Miteinander e.V.

Zusammensetzung der AfD Parlamentsfraktion im Bundestag“

  • Gerd Wiegel, Referent für Rechtsextremismus und Antifaschismus für die Fraktion Die Linke im dt. Bundestag

ARBEITSGRUPPE 1:
Akteure und Netzwerke der Neuen Rechten
.

Auf ihrem Weg zu einer rechten Bewegungspartei mit Ausläufern in der extremen Rechten kann die AfD auf ein sorgsam geknüpftes Netzwerk bauen. Dazu gehören beispielsweise die „Identitäre Bewegung“, das neurechte Institut für Staatspolitik“ um Götz Kubitschek, die Kamapagne "ein Prozent für unser Land" sowie schon bestehende Netzwerkstrukturen wie PEgIdA. Sie sind Teile der erstarkenden völkischen Bewegung, die sich unter dem Dach der AfD formiert. Ein exemplarischer Blick nach Thüringen beleuchtet die Akteure und ihre Strategien.

  • Kai Budler, freier Journalist für den Bereich Rechtsextremismus

ARBEITSGRUPPE 2:
Neoliberalismus und die soziale Frage von rechts.

Oft genug werden von AfD Wähler*innen und Sympathisant*innen ökonomische Gründe angeführt, welche die eigene Wahlentscheidung maßgeblich mitgeprägt haben sollen. Ein Blick ins Wahlprogramm genannter Partei lässt jedoch staunen: Von einem sozialen Wirtschaftsprogramm fehlt fast jede Spur. Wie geht das zusammen?

  • Stefan Dietl, Autor von: „Die AfD und die soziale Frage“

ARBEITSGRUPPE 3:
Geschlechterfrage der AfD.

Mit der AfD hält ein reaktionäres Verständnis von Geschlecht und Zusammenleben Einzug, das gerne als „Schutz der Kleinfamilie“ verklärt wird. Darin enthalten: Zweigeschlechtlichkeit als dauerhafte Norm und Familie als Keimzelle der Nation.

  • Alice Blum, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Justus-Liebig-Universität Giessen, Autorin von:“ Antifeminismus als verbindendes Element zwischen extrem rechten, rechtspopulistischen und konservativen Parteien in Deutschland sowie dem reaktionärem Mob

Sonnabend, 10. Februar 2018, Einlass 10:30 Uhr, Beginn 11:00 Uhr
Kulturzentrum Pavillon
Lister Meile 4, Hannover


14.02.2018

Institutioneller Rassismus gegen Roma in Europa

Die 2016 von der Grundrechteagentur der Europäischen Union durchgeführte Erhebung zu Minderheiten und Diskriminierung (EU-MIDIS II) offenbart einen europaweit ausgeprägten institutionellen Rassismus gegen Roma. Institutionelle Diskriminierung und Rassismus zeigen sich im Bildungs- und Ausbildungssektor, dem Arbeitsmarkt, der Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik, dem Gesundheitswesen, der Polizei und weiteren Behörden. Die zentralen Ergebnisse stellen rechtlich wie politisch ein schweres Versagen in der EU und ihren Mitgliedstaaten dar.

PROF. DR. ELIZABETA JONUZ ist Sozialwissenschaftlerin mit den Schwerpunkten Soziale Arbeit, Migration und Internationales an der Hochschule Hannover.

Mittwoch, 14. Februar 2018, 19:00 Uhr
Kargah e.V.
Zur Bettfedernfabrik 1, Hannover


18.02.2018

Minderheiten unter Druck

Workshop

Menschenfeindliche Einstellungen Gestern und Heute – am Beispiel der historischen Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus und der aktuellen Situation geflüchteter Roma in Deutschland. Im Workshop setzen sich die Teilnehmenden mit der Geschichte und Gegenwart, mit Kontinuitäten und Wandlungen des Rassismus gegen Sinti und Roma auseinander. Angesichts der fortgesetzten Ausgrenzung und Stigmatisierung in der deutschen Nachkriegsgeschichte stellt sich auch im Kontext heutiger Fluchtbewegungen von Roma aus Südosteuropa die Frage nach einer historischen Verantwortung Deutschlands. Hier möchten wir mit dem Workshop Denkanstöße geben und die Teilnehmenden für prekäre Lebenssituationen von Menschen aus Minderheitengruppen sensibilisieren.

Der Workshop wird gestaltet von der Gedenkstätte Ahlem in Kooperation mit dem Roma Antidiscrimination Network. Gezeigt wird zudem der Film „The Awakening“ des Regisseurs KENAN EMINI (Roma Antidiscrimination Network).

Die Teilnahme am Workshop ist kostenfrei. Begrenzte Teilnehmendenanzahl – es wird um Voranmeldung gebeten:
ANMELDUNG: Tel.: 0511-616-23745 oder
E-Mail: gedenkstaette@region-hannover.de

Sonntag, 18. Februar 2018, 12:00 Uhr – 17:00 Uhr
Gedenkstätte Ahlem
Heisterbergallee 10, Hannover

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